Geschichte Cuxhavens

Geschichte Cuxhavens

DIE „ALTE LIEBE“ – wie kam sie zu ihrem Namen?

Endlich, zu Beginn des 18. Jahrhunderts, gelang es, den stetigen Abbruch des Cuxhavener Ufers an der Elbe zu stoppen.
Drei alte Schiffe wurden in der Form eines Dreiecks am so genannten „Haupt“ – wie die Landzunge zu dieser Zeit hieß – versenkt und mit Pfählen verstärkt. Eines der Schiffe hieß „GALIOT“, was übersetzt – Liebe – heißt. Daher stammt der Name des bekannten Bollwerks „ALTE LIEBE“.
Nach und nach wurde die „ALTE LIEBE“ immer stärker befestigt, um der Tide, Sturmfluten und Eisgang zu trotzen. Die erste Anlegestelle mit einer Landungstreppe für die Raddampfer aus Hamburg entstand an der geschützten Ostseite des Bollwerks.

Bis 1970 war die „ALTE LIEBE“ Anlegeplatz für den Seebäderverkehr nach Helgoland. Ausschließlich Aussichtsplattform ist sie seit 1981 seit dem letzten größeren Umbau. Obwohl die Elbmündung etwa 20 km breit ist, führt die Fahrrinne direkt an der „Alten Liebe“ und am „Steubenhöft“ vorbei. Die Schiffe scheinen zum Greifen nahe. Der Ausblick auf den regen Schiffsverkehr im Elbefahrwasser – einem der größten Schifffahrtswege der Welt – ist einzigartig.

Der (das) Semaphor

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Nicht weit von der „ALTEN LIEBE“ befanden sich mehrere maritime „Signalstellen“. Von ihnen gibt es heute nur noch den „SEMAPHOR“ (griech. Zeichenträger) – ein Windstärken- und Windrichtungsanzeiger aus dem Jahre 1884. Täglich wird das technische Denkmal nach den aktuellen Wettermeldungen eingestellt. Es zeigt die Windstärken in H = Helgoland und B = Borkumriff an. Ein voll ausgeklappter Arm bedeutet 2 Windstärken, ein halb ausgeklappter 1 Windstärke. Die Zeiger geben jeweils an aus welcher Richtung der Wind kommt. Früher gab es an der Küste mehrere so genannte Semaphor-Stationen. Statt Fernsignalen und farbigen Flaggen bedienten sich die Küstenstationen des Semaphors.

Der Radarturm

Hinter der „ALTEN LIEBE“ baute man Mitte des 20. Jahrhunderts einen Radarturm, der für die Sicherheit des Schiffsverkehrs auf der Elbe zwischen Scharhörn und der Ostemündung verantwortlich ist. Er ist über eine Brücke zu erreichen, aber leider nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.

LEUCHTTURM ALTE LIEBE

Daten des alten Leuchtturms: 13 m hoch, Feuerhöhe 14 m, Tragweite (Sichtweite in dunkler Nacht bei klarer Sicht) weiß 14 sm, rot 10 sm, grün 9 sm, Leit- und Quermarkenfeuer (Leitfeuer: Einzelfeuer mit Leit- und Warnsektoren – Quermarkenfeuer: Leuchtfeuer mit Sektoren quer zur Kursrichtung) , 1897 in Betrieb gesetzt – Anfang Mai 2001 abgeschaltet. Der Turm ist wohl ein ziemlich schwierig zu behandelndes Bauobjekt. Er wurde schließlich an einen Privatmann verkauft. Deshalb ist er leider nicht mehr der Öffentlichkeit zugänglich.

FEUERSCHIFFE

Bemannte Feuerschiffe gehören heute leider nur noch zur Seefahrerromantik. Früher dienten sie auf offener See als Navigationshilfe oder Ansteuerungspunkte für einlaufende Schiffe. Seit 1983 gibt es sie nicht mehr. Sie wurden durch unbemannte Feuerschiffe (UFS) oder durch Leuchttonnen ersetzt. In vielen deutschen Häfen wie Hamburg, Cuxhaven, Bremerhaven und Emden, kann man sie heute besichtigen. Ein erstes „UFS“ ist 1983 in Dienst gestellt worden. Dank seiner Tauglichkeit wurden drei weitere, baugleiche Feuerschiffe gebaut, die die Positionen „German Bight“ (GB), „ELBE“ und „TW/EMS“ (heute „GW/EMS“) besetzten. In der Orkannacht zum 04.12.1999 auf der Station „ELBE“ kenterte das UFS 2. Jetzt sind nur noch zwei UFS auf den folgenden Positionen verblieben:

  • Station „GW/EMS“ Position: 54°10,00´N 6°20,80´E
  • Station „GB“ (German Bight) Position: 54°10,82´N, 7°27,60´E

DIE HOCHSEEFISCHEREI

Im 17. und 18. Jahrhundert gab es noch keine Hochseefischerei an Cuxhavens Küsten. Es wurden hauptsächlich Heringe und Krabben für den regionalen Bedarf gefangen. Die Fischindustrie begann sich erst nach der Eröffnung der Eisenbahnlinie Cuxhaven-Hamburg 1881 zu entwickeln. Etwa 10 Jahre später schlossen sich drei Fischhändler zur ersten Fischdampferreederei zusammen, die sich jedoch nicht hielt. Anfang 1908 wurde die Hochseefischereigesellschaft gegründet. Es entstanden die ersten Fischhallen und mit ihnen schon im Februar 1908 die ersten Fischauktionen. Die Fischereiflotte bestand bereits aus 32 Fischdampfern kurz vor dem ersten Weltkrieg. Nach diesem Einschnitt schlossen sich 1920 mehrere Fischdampferreedereien, zur Deutschen Dampfschiffereigesellschaft „NORDSEE“ zusammen. 2 Jahr später erhielt der Fischereihafen zwei neue Hallen: III und IV; 1935 entstand der Fischversandbahnhof.

Wieder aufwärts ging es schnell nach dem zweiten Weltkrieg, den Cuxhaven nahezu unversehrt überstanden hatte,. Schon 1948 begann man mit dem Bau so genannter „Einheitsschiffe“, die alle etwa 400 BRT hatten.
1955 war die Hochzeit der Hochseefischerei und Cuxhaven florierte.
Die Stadt war der Haupt-Standort der Hochseefischerei und der Fischindustrie. Vom Frischfisch über Räucherwaren, Tiefkühlfisch, Fischfeinkostartikel, Bratprodukten bis zu Marinaden und Dauerkonserven wurde hier alles produziert. Bis zu 188.000 t Frischfisch wurden in dieser Zeit angelandet. Cuxhavens Anteil am Gesamtfang lag bei 35 %.

Der Fischereihafen wurde in den folgenden Jahren um mehrere Hundert Meter verlängert und durch den Bau der Seeschleuse unabhängig von der Tide.
Der große Umbruch begann Anfang des Jahres 1970. Die kleinen veralteten Fischdampfer wurden ersetzt durch moderne Fabrikschiffe, die weiter hinausfuhren und länger auf See blieben. In dieser Zeit wurden die Fanggebiete auf die einzelnen Anrainerländer der Nordsee aufgeteilt und bestimmte Fangquoten festgelegt.
Dadurch sank die in den folgenden Jahren angelandete Fischmenge erheblich, die Fischfangflotte wurde verkleinert und die Verarbeitung zu einem großen Teil nach Bremerhaven verlagert.
Fisch und Fischfang gibt es natürlich immer noch in Cuxhaven. Vor allem die malerischen Fischkutter, deren Besatzungen ungepulte Krabben verkaufen, sind für die Besucher ein Anziehungspunkt. In einem Teil der nun leer stehenden Fischhallen haben sich eine ganze Reihe von Fischläden angesiedelt, desgleichen Fischrestaurants, in denen man sich ganztägig nicht nur mit Fisch hervorragend und preisgünstig verpflegen kann. Die gesamte Gegend ist maritim umgestaltet worden und lockt immer mehr Touristen an, die hier flanieren und sich an den Köstlichkeiten des Meeres erfreuen.

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