Der Schimmelreiter

Der Schimmelreiter

 

Der Schimmelreiter

Einst hab’ ich bei hereinbrechender Nacht
einen Spaziergang am Strand gemacht.

Der Sturmwind pfiff, die Brandung schlug,
als mir der Wind ein Geräusch zutrug:
ein galoppierendes Pferd und Hundegebell,
hinter jagenden Wolken der Mond schien hell.

Da stob es vorbei, Hund, Schimmel und Reiter
in die Gischt hinein und immer weiter
ins brandende, brüllende, wütende Meer.
Wer konnte das sein? Ja wer nur wer?

Der Schimmelreiter, da fiel es mir ein,
Hauke Haien, der Deichvogt, konnt’ es nur sein.
Ich schaute, doch der Strand war verwaist.
Einbildung war es, bestimmt kein Geist..

Es schauderte mich, und mir war bang,
wenn auch nur einen Augenblick lang.
Ich ging schneller und kehrte um,
doch blieb alles hinter mir stumm.

Erst spät bin ich im Bett gewesen,
und habe Storms Schimmelreiter gelesen.

„von Jutta Wallbrück“

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